Dreifach-Mörder Atalay Filiz in Izmir festgenommen

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 14.06.2016 15:12
Dreifach-Mörder Atalay Filiz in Izmir festgenommen

Der 29-jährige Serienkiller Atalay Filiz wurde mit Hilfe von Medienkampagnen und dank aufmerksamen Mitmenschen am Samstag in Izmir festgenommen.

Filiz wird dreifacher Mordvorgeworfen. Diese soll er zwischen 2013 und Mai 2016 begangen haben. Er wurde vor drei Jahren wegen Mordes an einem Freund und einer Freundin in Ankara auf die Liste der Meistgesuchten gesetzt. Die Behörden erhielten am 27. Mai Informationen über sein Versteck. Filiz wurde anhand von Sicherheitskameras identifiziert, als er mit einem Koffer, indem sich die Leichenteile einer Frau befanden, hinter sich herzog.

Die Medien berichteten detailliert und die Informationshotlines erhielten landesweite Hinweise. Zuletzt konnten die Behörden Filiz im Haus seines Vaters in Izmir aufspüren. Zwei Minibusfahrer in Izmir, Mustafa Berber und Kenan Aka, wurden für ihre Hilfe bei der Festnahme des Verdächtigen gewürdigt. Sie informierten die Polizei, als Filiz in den Minibus im Bezirk Menderes in Izmir einstieg. Als der Minibus durch die Polizei angehalten wurde, wehrte sich Filiz nicht und stellte sich der Polizei, obwohl er zuerst versuchte sich als jemand anderes auszugeben.

Filiz wurde zum ersten Mal 2013 polizeikundig, als er Göktuğ Demirarslan und seine russische Freundin Elena Radchikova in ihrer Wohnung in Ankara erschoss. Sie waren gute Freunde mit Filiz, und studierten zusammen in Europa. Filiz und Demirarslan trafen Radchikova und Olga Seregina, als sie sich in Frankreich aufhielten. Beide ließen sich auf eine Beziehung ein. Seregina wurde 2011 für vermisst erklärt. Filiz kam als Hauptverdächtigter in Frage. Die Behörden vermuten, dass Filiz in Radchikova verliebt war, als sie ihn ablehnte, töte Filiz das Paar.

Berichten zufolge soll Filiz nach den Morden nach Europa geflohen sein. Am 27. Mai wurde er in Verbindung mit dem Mord von Fatma Kayıkçı, einer 40-jährigen Geschichtslehrerin, gestellt. Ihre Leiche wurde in der Nähe ihrer Wohnung im Bezirk Tuzla in Istanbul gefunden. Vermutlich tötete er Kayıkçı, weil sie misstrauisch ihm gegenüber geworden war.

Der Izmirer Polizeichef Celal Uzunkaya hielt eine Pressekonferenz und dankte den achtsamen Bürgern für ihre Mithilfe. Er erklärte, dass Filiz oft seinen Aufenthaltsort wechselte, um einer Verhaftung zu entgehen. Nachdem Filiz in verschieden Hotels aufgehalten hatte, versteckte er sich im Wald und anderen abgelegenen Orten und ernährte sich von Obst, Gemüse und den Tieren, die er jagte. Bei seiner Festnahme wurden zwei Jagdmesser und ein Pfefferspray sichergestellt. Darüber hinaus besaß er vier gefälschte Ausweise, drei gefälschte Führerscheine, 14 gestohlene Kreditkarten, 10.000 Lira (etwa 3.000 Euro), 3.500 Euro, ein voraussichtlich gestohlenes französisches Staatsbürgerschafts-Dokument und weitere Gegenstände.

Uzunkaya fügte hinzu, dass Filiz nicht zu dem Profil eines Serienmörders passte. „Serienmörder nutzen immer dieselben Methoden und Waffen, um ihre Opfer zu töten. Meist haben die Opfer etwas gemeinsam. In diesem Fall haben die Opfer so gut wie gar nichts gemeinsam. Wir erhielten viele Hinweise, die uns halfen ihn schnell festzunehmen."

Uzunkaya befragte Filiz nach seiner Festnahme. Er sagte, dass der Verdächtige seine Taten nicht bereue, im Gegenteil wirkte er „vergnügt". Filiz antwortete auf keine Fragen, und verlangte nur einen Anwalt.

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