Terrorismus im Südosten: Einst Touristenattraktion, jetzt Opfer der PKK

YUNUS PAKSOY @yunuspaksoy
Veröffentlicht 12.07.2016 17:47
Aktualisiert 13.07.2016 14:42
Terrorismus im Südosten: Einst Touristenattraktion, jetzt Opfer der PKK

Ein blutiger Krieg, das gestern vor einem Jahr einseitig von der Terrororganisation PKK gestartet wurde, hat das Leben von mehr als 500 Sicherheitskräften und fast 8.000 Terroristen beansprucht. Darüber hinaus hat der erneuerte Konflikt über 300.000 Menschen aus dem Südosten gedrängt und zeigte sich als einen schweren Schlag auf den Tourismus in der Region.

Der Kreis Harran, in der südöstlichen Provinz Şanlıurfa, wird von den Einheimischen als „die Wiege der Kulturen" bezeichnet. In Bezug auf den Tourismus erlebt Harran, zum Unmut vieler, eine seiner schwierigsten Perioden in der letzten Zeit. „Der PKK-Terror hat unsere Branche direkt gelähmt, was zu einem Rückgang von 70 bis 80 Prozent der Touristenbesuche im Bezirk führte", sagte Ali Kızıl der Daily Sabah, ein 62-Jähriger Eigentümer von Harran-Häusern.

Am 11. Juli 2015 beendete die Terrororganisation PKK den Waffelstillstand mit dem türkischen Staat, der 2013 in einer schriftlichen Erklärung festgelegt wurde. „Von nun an werden alle Dämme und Maschinen, die für den Bau der Talsperren verwendet werden, das Ziel unserer Guerilla-Kräfte sein" hieß es in der Aussage, die den Start einer traurigen und beunruhigenden Zeit für Einheimische in der Region prägen sollte.

Harran war schon immer ein Hotspot für Touristen, sowohl aus der Türkei als auch aus dem Ausland, der die Heimat von zahlreichen historischen Stätten und Sehenswürdigkeiten ist.

Ortsansässige, die sich über den scharfen Niedergang der Touristenzahl im Bezirk äußern, zeigen auf die PKK, die „grundlos den Knopf in der Region runterdreht".

Mahmut Kızılay, ein 21-jähriger Student, der Tourismus und Hotelmanagement in der Universität Harran studiert, beschwert sich ebenfalls über den Mangel an Touristen. „Früher gab es 50 bis 60 Familien, die täglichen den Bezirk besucht haben. Nun ist die Zahl auf ein oder zwei zurückgegangen", erklärte Kızılay.

„Ich war für lange Zeit ein ehrenamtlicher Kulturbotschafter der Republik Türkei", sagte Ali Kızıl, und erläuterte, dass er als Gastgeber viele Touristen aus der ganzen Welt an seinem Sitz bediente. Trotz seiner Begeisterung über die Vergangenheit wünscht sich Kızıl, dass die Regierung die Dinge beseitigt, die durch den PKK-Terror in der Region verursacht wurden.

Kızıl die 'Harran Häuser' betreibt sagte zudem, dass alle seine zehn Kinder mindestens fünf Sprachen beherrschen, und Touristen beim Ortsbesuch begleiten und führen.

Es befinden sich unter der schönen Landschaft mehrere Häuser, die wie Bienenstöcke geformt und innen miteinander verbunden sind. Am Sitz von Kızıl sind acht Häuser untergebracht mit 22 Zimmern, die einzeln Bienenkorb-Ähnliche Dächer besitzen.

Laut dem Reiseleiter besteht jedes Dach aus rund 1.500 bis 1.600 Ziegeln, die aus einem Khorasan-Boden-Gemisch hergestellt wurden. Die Häuser sind im Sommer kühl und im Winter warm. Die Architektur ist nur in Syrien und Bari, Italien, aufzufinden.

Die Anti-Terror-Operationen laufen im Südosten und Osten weiter. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Premierminister Binali Yıldırım stehen zu ihrer Haltung zu diesem Thema und machen jederzeit deutlich, dass der Kampf weitergeführt wird, bis der letzte PKK-Terrorist getötet wird.

Trotz der Behauptung der PKK, der Anwalt für die Grundrechte der Kurden zu sein, zerstörte sie das tägliche Leben und beeinflusst die wichtigsten Geldquellen in der kurdischen Heimat, gemäß den Bildern in den Konfliktbetroffenen Bezirken des Landes.

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