Experiment: Türkische Journalisten tarnen sich als Bettler - Ergebnis überrascht

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 16.06.2017 17:24
Aktualisiert 17.06.2017 13:13
IHA

Zwei Journalisten, getarnt als Bettler, haben bei einem Versuch in den türkischen Provinzen Kocaeli und Bolu rund 159 türkische Lira ($ 45) in zwei Stunden gesammelt. Das Experiment war Teil der Erforschung des Bettelns in der Türkei. Das Betteln dort machte Schlagzeilen machte, nachdem einige Bettler mit großen Geldsummen erwischt wurden.

Die Journalisten Hızır İlyas Yıldırım und Cemal Kaplan beschlossen, das soziale Experiment anzugehen, nachdem sie über einen Bettler in Bursa gelesen hatten, der mit fast 30.000 türkischen Lira ($ 8.500) in bar gefangen wurde.

Der Bettler Mehmet Cahit Öztalın wurde von der Polizei an einer Moschee in Bursa abgeholt, wo er regelmäßig bettelte. Die Polizei fand bei ihm sechs Taschen voller Kleingeld. Er hatte sich speziellen Taschen in seine Jacke und Hose genäht. Außerdem besaß er fünf Bankkonten wo weitere 450.000 türkische Lira (127.000 $) drauf waren.

In einem anderen Fall wurde ein Bettler, der oft vor der Istanbuler U-Bahnstation in Şişli stand, von einer Kamera aufgenommen, als er in Taksim einen teuer aussehenden Anzug trug. Der Bettler trug bei seiner „Arbeit" alte Kleider und eine Krücke, wechselte dann seine Klamotten und ging im feinen Anzug Alkohol kaufen.

Die beiden Journalisten trugen beim Experiment alte, zerlumpte Kleidern und eine Krücke, um krank oder behindert auszusehen. Dann fingen sie an, in Parks und vor Moscheen zu betteln.

„Möchtest du mir etwas Geld für Brot geben?" - so bettelten sie die Passanten an.

Kaplan wurde bei der Aktion von der Polizei verhaftet und nach İzmit gebracht, wo man ihm die 83 Lira beschlagnahmte, die er durch das Betteln verdiente.

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