Gedenkfeier für Sivas-Opfer am ehemaligen Madımak-Hotel

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 03.07.2017 15:37
IHA

Den 37 Opfer des Sivas-Massakers, die 1993 bei einem Brandanschlag auf das ehemalige Madımak-Hotel ums Leben kamen, wurde am Sonntag zum 24. Jahrestag gedacht.

Die Gedenkfeier begann mit der Teilnahme der örtlichen Behörden, darunter Gouverneur Davut Gül, Bürgermeister Sami Aydın und Präsident der „Alevi Cem Stiftung" Erdoğan Döner. In Erinnerung an die Opfer des „Madımak-Massakers", wurden Nelken vor dem ehemaligen Hotelgebäude gelegt. Einige Jahre nach dem Vorfall war das Hotel in ein Wissenschafts-und Kulturzentrum umgebaut worden.

Gül sagte: „Was an diesem Tag vor 24 Jahren passierte, war ein Angriff auf die Einheit der Nation, auf den Zusammenhalt und die Brüderlichkeit. Die ganze Nation war Opfer des Angriffs. Möge Gott niemals etwas ähnliches zulassen. Böse Kräfte könnten in der Zukunft versuchen, uns zu provozieren."

Döner sagte, sie seien hier, um die Opfer des „beschämenden Vorfalls" zu gedenken. „Es ist die Stadt Sivas, die diese Schande beseitigen muss. Der Schmerz mindert sich, wen man ihn teilt, wir müssen zusammenhalten und aus diesen unglücklichen Ereignissen nützliche Lektionen ziehen."

Nach der offiziellen Gedenkfeier zogen etwa 10.000 Menschen aus alawitischen Stiftungen, politischen Parteien und NGOs zum ehemaligen Hotelgebäude, wo eine Zeremonie stattfand.

Vor 24 Jahren wurden dutzende Menschen - meistens alawitische Muslime - die sich für ein kulturelles Ereignis versammelten, bei dem Anschlag getötet, als eine Gruppe von Extremisten das Hotel in Brand setzte. Auch zwei der Attentäter starben zwischen den Flammen. Die Ereignisse geschahen in einer politisch brisanten Zeit, wo immer wieder Massen für eigene Zwecke instrumentalisiert oder provoziert wurden, um Unruhen zu verursachen.

Die Opfer hatten sich zu jener Zeit im Hotel versammelt, um das Leben des berühmten Dichters Pir Sultan Abdal zu würdigen, als die wütenden Demonstranten das Hotel umzingelten und angriffen.

Im Juli 2014 veröffentlichte der Staatliche Prüfungsausschuss einen Bericht, der bei den Behörden bei der Bearbeitung des Vorfalls „schwerwiegende Fahrlässigkeit" festgestellt hatte.

Dem Bericht zufolge, hatten die Beamten keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um den Mob zurückzuhalten.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen