Schwedische „Köttbular“ basieren auf einem türkischen Köfte-Rezept

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht
Reuters Archiv

Die weltberühmten schwedischen Hackfleischbällchen „Köttbullar" basieren auf einem türkischen Rezept, das im 18. Jahrhundert von König Karl XII. mitgebracht wurde. Dieses interessante Detail geht aus einem offiziellen Tweet des Landes Schweden am Samstag hervor.

„Schwedische Hackfleischbällchen basieren eigentlich auf einem Rezept, das König Karl XII. (16971718) im frühen 18. Jahrhundert aus der Türkei nach Hause gebracht hat. Lasst uns an die Fakten halten!", heißt es in der Nachricht.

Die Historikerin Annie Mattson von der Universität Uppsala erklärte der Nachrichtenagentur Anadolu, dass der König einige Jahre im Exil im Osmanischen Reich verbracht habe, nachdem er bei dem Feldzug in Russland (1708-1709) eine Niederlage erlitten hatte. Er habe bis 1714 in der moldawischen Stadt Bender gelebt, die damals noch Teil des Reiches war.

Nach seiner Rückkehr brachte der König eine Reihe von türkischen Rezepten mit – unter anderem für Fleischbällchen und ein Kohlrouladengericht. Auch den damals noch sehr exklusiven Kaffee nahm er mit nach Schweden.

Während seiner Aufenthaltszeit in Bender hatte der osmanische Sultan Ahmet III. schwedische Frauen und Kinder von den Russen freigekauft und damit den türkisch-schwedischen Beziehungen einen zusätzlichen Beitrag geleistet.

Die „Köttbullar", im türkischen „Köfte" genannt, sind eine beliebte Delikatesse bei den Schweden und werden auch weltweit in den Restaurants des schwedischen Möbelriesen Ikea verkauft.

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