Türkei: Putschistenführern droht lebenslange Haft

DAILY SABAH MIT AFP
ISTANBUL
Veröffentlicht 10.05.2018 12:01
Aktualisiert 10.05.2018 12:12
Türkei: Putschistenführern droht lebenslange Haft

Die türkische Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch für mehrere Anführer des Putschversuchs vom 15. Juli 2016 jeweils 252 Mal lebenslang gefordert. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, ist unter ihnen der frühere Luftwaffenkommandeur Akın Öztürk; auch Ali Yazıcı, ein früherer Adjutant von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, und Mehmet Dişli, ein Bruder eines hohen Regierungspolitikers, sind betroffen.

Wie viele Angeklagte von den Haftforderungen betroffen sind, ließ Anadolu offen. Sie sollen zum "Rat für den Frieden in der Heimat" gehört haben, der den Putschversuch geleitet hat. In dem Prozess sind insgesamt 224 Menschen angeklagt, an dem Umsturzversuch beteiligt gewesen zu sein, bei dem 250 Menschen starben. Die 252 Mal lebenslang, die nun gefordert wurden, ergeben sich aus der Zahl der Opfer.

Am 15. Juli 2016 versuchte eine Gruppe des Gülenisten Terrorgruppe (FETÖ) die demokratisch gewählte Regierung der Türkei zu stürzen. Der Putschversuch wurde von loyalen Sicherheitskräften und Millionen türkischen Bürgern verhindert. 250 Menschen, hauptsächlich Zivilisten, wurden von den Putschisten getötet, während mehr als 2.000 Menschen verletzt wurden.

Gülen wird auch dafür angeklagt, die Bildungsinstitutionen und andere staatliche Einrichtungen, sowohl in der Türkei, als auch weltweit, für die eigenen Zwecke zu infiltrieren und den Staat so zu unterwandern.

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