Erdogan: US-Sanktionen gegen den Iran bringen Welt aus dem Gleichgewicht

DAILY SABAH MIT REUTERS
ISTANBUL
Veröffentlicht
IHA

Die Türkei wird sich nach Worten von Präsident Tayyip Erdoğan nicht an die verschärften Wirtschaftssanktionen der USA gegen den Iran halten.

Diese hätten das Ziel, die Welt aus dem Gleichgewicht zu bringen, sagte Erdoğan am Dienstag in Ankara. Die Türkei wolle in keiner imperialistischen Welt leben.

Auch der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu kritisierte den am Montag in Kraft gesetzten Strafenkatalog, der neben der Ölindustrie auch die iranische Luft- und Seefahrt sowie den Bankensektor betrifft. Den Iran zu isolieren sei gefährlich, sagte Çavuşoğlu der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge auf einer Japan-Reise. Zudem sei es für Länder wie die Türkei und Japan schwer, auf andere Energie-Lieferanten auszuweichen.

Es wird erwartet, dass US-Präsident Donald Trump und Erdoğan am Wochenende am Rande einer Gedenkveranstaltung zum Ende des Ersten Weltkriegs in Paris Gespräche über die verschärften Sanktionen sowie die Syrien-Politik führen.

Die US-Strafmaßnahmen sehen die Wiedereinsetzung und teilweise Verschärfung von Sanktionen vor, die im Zuge des 2015 erzielten Atomabkommens mit dem Iran ausgesetzt worden waren. Trump hatte die Vereinbarung aufgekündigt. Um eine Destabilisierung des Ölpreises zu vermeiden, wurden von den Öl-Sanktionen aber acht besonders stark von Importen aus dem Iran abhängige Staaten zunächst ausgenommen, darunter die Türkei.

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