Erdogan: Auch Bundesregierung bekam Tonaufnahmen von Khashoggi-Tötung

DAILY SABAH MIT REUTERS
ISTANBUL
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Auch die Bundesregierung hat nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdoğan von seinem Land Tonaufnahmen im Zusammenhang mit der Tötung des systemkritischen saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi erhalten.

Erdoğan sagte am Samstag, sein Land habe diese Aufnahmen Deutschland den USA, Frankreich, Saudi-Arabien und Großbritannien zur Verfügung gestellt. "Sie haben alle Gespräche darauf gehört. Sie wissen bescheid".

Nach früheren Angaben türkischer Regierungsvertreter ist die Regierung in Ankara im Besitz von Tonaufnahmen, auf denen auch der Hergang der Tötung dokumentiert ist.

Erdoğan rief die saudische Führung auf, den Mörder Khashoggis zu identifizieren, der Teil einer Gruppe von 15 Personen sei, die einen Tag vor der Tötung des Journalisten Anfang Oktober aus Saudi-Arabien in die Türkei eingereist sei.

Auch US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron forderten erneut, dass Saudi-Arabien vollständig Klarheit über die Hintergründe der Ermordung Khashoggis schaffen müsse. Beide Staatsmänner seien gemeinsam der Auffassung, dass dieser Fall nicht dazu führen dürfe, den Nahen Osten weiter zu destabilisieren, hieß es aus französischen Regierungskreisen.

Saudi-Arabien hat nach anfänglichen Dementis zugegeben, dass Khashoggi von saudischen Sicherheitskräften im Konsulat des Landes in Istanbul getötet worden ist. Damit ist das Land ins Kreuzfeuer internationaler Kritik geraten, auch seitens seines wichtigen Bündnispartners USA.

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