documenta: Flucht und Unsicherheit im Mittelpunkt

DPA
KASSEL, Deutschland
Veröffentlicht 07.06.2017 14:22

Mit einem Vortrag über Fluchterfahrungen und Unsicherheit in der heutigen Welt ist die Pressekonferenz der documenta 14 am Mittwoch in Kassel eröffnet worden.

«Wir leben in einem Zeitalter der Unsicherheit», sagte der documenta-Kurator Bonaventure Soh Bejeng Ndikung vor mehr als 2000 Journalisten. Die Unsicherheit werde größer in Krisen und wenn Menschen sich bedroht fühlten. «Unsicherheit führt oft zu mehr Gewalt.» Unsicherheit sei aber auch eine Herausforderung, sich dem Unbekannten zu stellen. «Angst und Unsicherheit waren schon immer die Grundelemente der modernen Rassengrammatik.»

Zur Einstimmung auf eine politisch geprägte documenta hat der 2013 aus Syrien geflohene Violinist Ali Moraly bei der Pressekonferenz ein Geigensolo gespielt. Das «Quatrain», ein Vierzeiler, basiert auf der «Todesfuge» von Paul Celan.

Moraly verarbeitet in seiner Musik auch seine persönliche Odyssee. Er wurde 1979 in der syrischen Hauptstadt Damaskus geboren. Schon sein Großvater erforschte syrische Liedliteratur. Mehrere Jahre war Moraly mit Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra auf Tournee.

Rund zwei Monate nach der Eröffnung in Athen sind dann von Samstag an für 100 Tage in Kassel die Werke von rund 160 internationalen Künstlern zu sehen. Die documenta findet alle fünf Jahre statt. Die 14. Ausgabe wurde von dem polnischen Kurator Adam Szymczyk gestaltet. Er machte erstmals Athen zum gleichberechtigten Standort neben Kassel.

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