Demokratischer Republik Kongo: UNO droht mit Untersuchung

AFP
GENF, Schweiz
Veröffentlicht 06.06.2017 16:23
Eine Einsatztruppe in Kongo (DPA)

Nach dem gewaltsamen Tod hunderter Menschen in der Demokratischen Republik Kongo haben die Vereinten Nationen dem Land mit einer Untersuchung gedroht.

UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein sagte am Dienstag in Genf, wenn die Regierung in Kinshasa nicht selbst bis Donnerstag zusichere, die Vorfälle in der Provinz Kasai zu untersuchen, werde er internationale Ermittlungen anordnen.

Internationale Beobachter werfen den Sicherheitskräften in der Provinz den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt vor. Dort wurden seit September nach Armeeangaben mehr als 500 Menschen getötet, nachdem ein örtlicher Anführer bei einem Militäreinsatz ums Leben gekommen war. In inoffiziellen Schätzungen ist sogar von bis zu 3000 Toten die Rede.

In der vergangenen Woche forderten eine Reihe von kongolesischen und internationale Menschenrechtsgruppen die UNO deshalb zum Handeln auf. Darunter sind auch Amnesty International und Human Rights Watch. Die US-Regierung will zudem erreichen, dass die UNO den gewaltsamen Tod von zwei Mitarbeitern untersucht, die Beweise über rund 40 Massengräber in der Region sammelten.

Die EU verhängte wegen der Gewalt und der politischen Krise bereits im Dezember Sanktionen gegen die Demokratische Republik Kongo. In dem Land gibt es seit Monaten starke Spannungen, weil Präsident Joseph Kabila nicht wie vorgesehen nach dem Ende seiner Amtszeit im Dezember abgetreten ist.

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