Microsoft wehrt nach eigenen Angaben russische Hackerattacke ab

AFP
WASHINGTON
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Der Softwarekonzern Microsoft hat nach eigenen Angaben den Versuch einer russischen Hackergruppe abgewehrt, an die Passwörter und Daten von Nutzern zu gelangen, die sich für Websites konservativer US-Politikinstitute interessierten. Auf gerichtliche Anordnung hin habe Microsoft die Kontrolle über sechs Websites übernommen, die sich fälschlicherweise als die Internetseiten konservativer US-Institutionen ausgaben, erklärte Microsoft-Präsident Brad Smith in einem Blogeintrag.

Die Hacker haben demnach Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU. Es handele sich um dieselbe Gruppe, die verdächtigt wird, sich in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 eingemischt zu haben.

Laut Smith erstellten die Hacker Websites, die so wirkten wie die Internetangebote konservativer US-Institutionen. Auf diese Weise sollten demnach Nutzer-Passwörter und andere Informationen abgefischt werden.

Eine der gefälschten Websites erweckte den Eindruck, es handele sich um die Internetpräsenz des International Republican Institute, die für die Verbreitung demokratischer Prinzipien wirbt und dem Kreml-kritische US-Senatoren wie John McCain angehören. Eine andere Website ähnelte der Domäne des Hudson Institute, das unter anderem Diskussionen über Cybersicherheit organisiert.

Microsoft sei besorgt über die versuchte Hackerattacke und die damit verbundene Bedrohung, schrieb Smith. "Dies zeigt, dass die Russen keine parteiischen Angriffe fahren - sie fahren Angriffe, die nach ihrer Ansicht in ihrem nationalen Interesse liegen", sagte der Politologe Eric Rosenbach der "New York Times". Es gehe darum, "jede Gruppe zu stören und zu schwächen", die Kritik an der Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin übe.

Der Kreml wies die Vorwürfe zurück. Er wisse nicht, "um welche Hacker und was für eine Wahlbeeinflussung" es gehe, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. "Wir verstehen nicht, was der russische Militärgeheimdienst damit zu tun haben soll. Was ist die Grundlage derartiger Vorwürfe?" sagte Peskow vor Journalisten.

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