Kölner Flughafen: Deutsche unter Verdacht der Daesh-Mitgliedschaft festgenommen

AFP
KARLSRUHE
Veröffentlicht 18.10.2018 00:00
Aktualisiert 18.10.2018 12:59
DPA

Eine 46-jährige Deutsche ist am Mittwoch unter dem Verdacht der Mitgliedschaft in der Terrororganisation Daesh am Flughafen Köln/Bonn festgenommen worden. Die Frau soll sich nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe im Jahr 2015 mit einem Daesh-Kämpfer aus Syrien verheiratet haben, um die Miliz zu unterstützen. Gemeinsam mit ihrem Mann ging sie nach Syrien.

Nach dem Tod ihres Manns kehrte sie der Terrororganisation 2016 den Rücken und lebte zunächst in der Türkei. Am Mittwoch kehrte sie dann per Flugzeug nach Deutschland zurück und wurde bei der Einreise festgenommen, wie die Karlsruher Ermittler mitteilten. Noch am selben Tag ordnete der Bundesgerichtshof Untersuchungshaft an.

Die Verdächtige hatte ihren Mann demnach 2015 geheiratet und war mit ihm über die Türkei nach Syrien gereist, wo sie Daesh beitrat. Das Paar lebte in einer von der Terrororganisation bereitgestellten Wohnung in Mossul, aus der die rechtmäßigen Bewohner zuvor vertrieben worden waren.

Nach Erkenntnissen der Ermittler führte sie den Haushalt, während ihr Mann für Daesh kämpfte. 2015 wurde er getötet. Etwa ein Jahr später verließ sie die Terrororganisation und ging 2016 in die Türkei, wo sie sich seither aufhielt. Ihr werden Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung und ein Kriegsverbrechen vorgeworfen, indem sie sich im Zuge von Kampfhandlungen unrechtmäßig Besitz aneignete.

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