Vorsicht bei Katzenkot - Infektionsgefahr: „Toxoplasmose“

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 11.08.2017 00:00
Aktualisiert 11.08.2017 22:10
EPA

Die kleinen Mäusejäger sind die Stars unserer Herzen und als Haustiere sehr beliebt, doch ein bestimmter Katzenparasit kann fatale Folgen haben.

Kontakt mit Katzenkot; der mit Toxoplasmose infiziert ist, kann für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und schwangere Frauen sehr gefährlich sein. Forscher haben nun das Risiko für solche Ansteckungen genauer untersucht.

Die Infektion hat in 90 Prozent der Fälle keine spürbaren Folgen auf den Menschen. Die Erkrankung löst auch keinerlei Symptome aus, denn das Immunsystem einer gesunden Person bildet Antikörper gegen den einzelligen Erreger und bekämpft ihn sofort. Die Antikörper sorgen auch dafür, dass sich der Mensch nicht erneut Ansteckt.

Doch bei schwangeren Frauen, die sich zum ersten Mal infizieren, kann es dem ungeborenen Kind schaden, es besteht die Gefahr, dass das Kind mit geistigen und körperlichen Behinderungen geboren wird.

Auch für Menschen mit einem schwachen Immunsystem, wie zum Beispiel HIV-Erkrankte, kann die Toxoplasmose-Infektion tödlich sein.

Die Hauptträger des Toxoplasmose-Erregers sind Katzen, denn nur in ihrem Darm kann sich der winzige Parasit vermehren. Es bildet dabei spezielle Sporen, die Oocysten genannt werden und mit dem Kot der Katze in die Umwelt gelangen. Andere Tiere wie Mäuse, Vögel, Hunde oder auch Menschen kommen so zum Kontakt mit dem Parasit. Der Kontakt kann bei der Reinigung des Katzenklos, beim Gärtnern oder beim Spielen im Sandkasten geschehen, aber auch einfach beim Trinken von verunreinigtem Wasser oder beim Essen von ungewaschen Obst oder Gemüse aus dem Garten. Ob man sich bereits infiziert hat, kann man bei einer Blutuntersuchung beim Arzt feststellen.

Nachdem türkische Mediziner herausfanden, dass Toxoplasmose-erkrankte Menschen eine schlechtere Reaktionszeit haben und bei Kindern wiederum eine Hyperaktivität und niedrige Intelligenzquotienten verursacht wurden, weiß man nun, dass der Kontakt mit dem Parasiten neurologische Veränderungen auslösen kann.

Forscher vom Imperial College in London sind der Meinung, dass der Katzenparasit an der Entstehung von Schizophrenie und anderen psychischen Störungen beteiligt sein kann. In Tierexperimenten wiesen sie nach, dass Medikamente gegen Parasiten, gleichzeitig auch psychotische Störungen lindern konnten.

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