Frauen in Indien protestieren mit Selfies

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht
Twitter

Bei einem Stalking-Fall in Indien, wurde dem Opfer die Schuld am Verbrechen gegeben. Daraufhin protestieren nun die Frauen im Netz mit dem Hashtag #AintNoCinderella (ich bin nicht Aschenputtel).

Hunderte Inderinnen Posten zurzeit Selfies, um gegen die frauenfeindlichen Äußerungen eines Politikers zu protestieren, der dem Opfer des brisanten Stalking-Falls Vorwürfe machte.

Eine junge Frau wurde in der Nacht am vergangen Samstag in der nordindischen Stadt Chandigarh in ihrem Auto verfolgt. Die 29-jährige berichtete, dass die zwei Männer vorgehabt haben, sie zu entführen. Auf Facebook schrieb sie, dass sie sich glücklich schätze noch am Leben und nicht vergewaltigt worden zu sein.

Die beiden Männer wurden festgenommen. Doch einer der Stalker sorgte für viel Aufsehen, weil er der Sohn des Chefs der indischen Regierungspartei „BJP" im Bundesstaat Haryana ist. Dessen Vize Ramveer Bhatti sagte gegenüber den indischen Medien, dass Frauen um die Uhrzeit nicht unterwegs sein sollten. „Warum fuhr sie so spät in der Nacht herum? Ihre Eltern hätten das nicht zulassen dürfen."

Genau diese Bemerkung löste die Selfie-Welle aus. Hunderte indische Frauen protestieren gegen diese Äußerung, sie posten Fotos mit dem Hashtag #AintNoCinderella während sie sich nachts draußen aufhalten. Eine der Frauen kündigte auf Twitter an, dass um Mitternacht Zeit zum Ausgehen sei. Eine andere Frau postete auf Twitter: „Es ist Mitternacht und ich kann sein wo ich will, denn ich bin nicht Aschenputtel".

Eine der protestierenden Frauen ist die Oppositionspolitikern Sharmistha Mukherjee, die Tochter des ehemaligen Staatspräsidenten Pranab Mukherjee. Sie schrieb unter ihrem Selfie: „Wenn ich um Mitternacht noch draußen bin, dann heißt das nicht, dass ich vergewaltigt, belästigt oder verfolgt werden sollte."

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen