Ex-DFB-Präsident Zwanziger bedauert Özil-Entschluss

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Theo Zwanziger bedauert den Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft und befürchtet Konsequenzen nicht nur im Fußball.

«Ich bin tief traurig über die von Mesut Özil getroffene Entscheidung», sagte der frühere Präsident des Deutschen Fußball-Bundes im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Der Rückzug des türkischstämmigen Weltmeisters sei «für die Integrationsbemühungen in unserem Land über den Fußball hinaus ein schwerer Rückschlag. Er war ein großes Vorbild für junge Spielerinnen und Spieler mit türkischem Migrationshintergrund, sich auch in die Leistungsstrukturen des deutschen Fußballs einzufinden.»

Özil hatte am Sonntag die Konsequenzen aus der Affäre um die Fotos mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan vor der WM gezogen. Dabei kritisierte er den Deutschen Fußball-Bund und vor allem dessen Präsidenten Reinhard Grindel, deutsche Medien und Sponsoren für ihren Umgang mit ihm scharf.

Auch Zwanziger, der in seiner Amtszeit von 2004 bis 2012 das Thema Integration stark vorangetrieben hatte, sieht Versäumnisse beim DFB. «Durch Fehler in der Kommunikation ist etwas passiert, das bei Migranten nie passieren darf: Sie dürfen sich nie als Deutsche zweiter Klasse fühlen. Wenn dieser Eindruck entsteht, muss man gegensteuern», sagte der 73-Jährige.

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