Disney bekommt grünes Licht für Fox-Übernahme

AFP
SAN FRANCISCO
Veröffentlicht
AP

Der US-Unterhaltungsriese Disney darf den Medienkonzern 21st Century Fox aus dem Imperium von Medienunternehmer Rupert Murdoch übernehmen. Das US-Justizministerium genehmigte am Mittwoch die geplante Milliardenübernahme, die für die US-Unterhaltungslandschaft eine grundlegende Umwälzung bedeuten könnte. Zugleich knüpften die Wettbewerbshüter die Übernahme an die Bedingung, dass Disney 22 regionale Sportsender, die momentan noch zu Fox gehören, verkauft.

Um Fox hatten sich Disney und der US-Kabelanbieter Comcast, zu dem unter anderem die Mediengruppe NBCUniversal gehört, zuletzt ein Bieterwettrennen geliefert. Nachdem zunächst Comcast sein Angebot auf 65 Milliarden Dollar (56 Milliarden Euro) hochgeschraubt und damit eine 52-Milliarden-Dollar-Offerte von Disney übertrumpft hatte, legte der Unterhaltungskonzern Mitte vergangener Woche nach und erhöhte sein Angebot auf 71,3 Milliarden Dollar.

In trockenen Tüchern ist das Geschäft indes noch nicht: Berichten des "Wall Street Journal" und der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge zieht Comcast in Erwägung, mit Unterstützung weiterer Unternehmen oder eines Private-Equity-Unternehmens sein Angebot womöglich auf bis zu 90 Milliarden Dollar auszuweiten.

Sollte das jüngste Disney-Übernahmeangebot zustande kommen, würde der Unterhaltungskonzern die Filmproduktion der 20th-Century-Fox-Studios und auch einen bedeutenden Anteil an der Online-Videoplattform Hulu bekommen, mit der traditionelle US-Medienkonzerne der wachsenden Konkurrenz durch Streamingdienste wie Netflix und Amazon Video Paroli bieten wollen.

Zu Disney gehören bereits die gleichnamigen Filmstudios und Kabelsender wie Disney Channel, die Television Group mit Sendern wie ABC und dem Sportsender ESPN sowie Vergnügungsparks rund um die Welt.

In den geplanten Verkauf eingeschlossen ist auch jener Anteil von 39 Prozent, den Fox am europäischen Bezahlsender Sky hält. Fox hatte 2016 11,4 Milliarden Pfund (rund 13 Milliarden Euro) für die 61 Prozent an Sky geboten, die dem Konzern noch nicht gehören. In Großbritannien stößt dies aber auf Bedenken der Wettbewerbshüter. Auch für Sky hat zudem Comcast ein Angebot vorgelegt.

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