Assad unterstützt stillschweigend YPG in Afrin

DAILY SABAH MIT REUTERS
ISTANBUL
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YPG

In ihrem Kampf gegen die türkische Offensive in der syrischen Grenzregion Afrin bekommt der syrische PKK-Ableger YPG stillschweigende Unterstützung von ungewohnter Seite: von syrischen Regimeherrscher Baschar Assad. Während Regimetruppen gegen die von den USA unterstützte YPG in anderen Teilen Syriens kämpfen und die Führung in Damaskus die Autonomiebestrebungen der Terroristen ablehnt, agieren sie in Afrin Hand in Hand.

Nach Beginn der türkischen Operation "Olivenzweig" hatten die YPG-Terroristen an Assad appelliert, Truppen zu schicken, um sich verteidigen zu können. Zwar hat die Regierung in Damaskus das türkische Vorgehen als illegale Aggression bezeichnet und mit Gegenmaßnahmen gedroht. Einem offenen Konflikt mit der Türkei etwa durch die Entsendung von Truppen weicht sie aber aus. Allerdings gewährt sie der YPG indirekt Unterstützung. Sie duldet, dass die Terroristen "Kämpfer" und Nachschub nach Afrin durch Gebiete holen können, die von Regimetruppen kontrolliert werden. So ließen die Soldaten Hunderte Terroristen aus dem Stadtviertel Scheich Maksud in Aleppo nach Afrin passieren.

"Es gibt verschiedene Wege, Verstärkung nach Afrin zu bekommen, aber die wichtigste Route führt durch Gebiete der Regierungstruppen", sagt Kino Gabriel, ein Sprecher der von der YPG dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF). Darüber gebe es zwischen beiden Seiten eine Verständigung. Ein Kommandeur der Gegenseite bestätigt dies: "Das syrische Regime hilft den Kurden [YPG] mit humanitärer Unterstützung und Logistik - etwa indem es wegschaut und Nachschub für die Front durchlässt."

Die türkischen Streitkräfte (TSK) haben am 20. Januar die „Operation Olivenzweig" gestartet, die sich gegen den syrischen PKK-Ableger, die „Volksschutzeinheiten" (YPG) richtet. Ziel der Operation ist die Schaffung von Sicherheit und Stabilität entlang der türkischen Grenzen und der Region sowie die Beseitigung von Terroristen zum Schutz der syrischen Bevölkerung.

Die heute von der YPG in Nordsyrien kontrollierten Gebiete waren 2013 von den Truppen des Assad-Regimes aus taktischen Gründen kampflos zurückgelassen worden. Das sogenannte Autonomiegebiet „Rojava" entstand nicht zuletzt durch die Vertreibung beachtlicher Teile der arabischen und turkmenischen Bevölkerung. Die Türkei möchte durch die Sicherung Afrins eine Rückkehr der vertriebenen Bevölkerungsteile ermöglichen. Dies sieht die Türkei als Grundbedingung für die Einheit Syriens.

Die PYD/YPG stellt nicht nur eine Bedrohung gegen andere Volksgruppen dar, sondern auch für kurdische Bevölkerungsteile, die sich dem Machtanspruch der PKK-Ableger nicht unterordnen wollen. Zwangsrekrutierungen, Verhaftungen oder Enteignung stehen in den PYD/YPG-Gebieten auf der Tagesordnung. Nach außen hin versucht die Propagandamaschine in der selbsternannten „Autonomen Region Rojava" ein rein positives Bild zu vermitteln. Es soll den Anschein einer demokratischen Ordnung inmitten einer krisengeschüttelten Region erweckt werden. Die westlichen Medien spielen bei der Verbreitung dieses verzerrten Bildes eine maßgebliche Rolle. Ferner entsteht so ein falscher Eindruck von den syrischen PKK-Ablegern.

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