Erdoğan: Dürfen Menschen in Idlib nicht Assads Gnade überlassen

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht
AFP

Die Welt dürfe das syrische Volk nicht der Gnade von Baschar Assad überlassen, der mit seinem Regime versuche, die Opposition in Idlib auszulöschen, schrieb Präsident Recep Tayyip Erdoğan in seinem Gastbeitrag für das Wall Street Journal.

In dem am Montag veröffentlichten Beitrag unterstrich Erdoğan, dass die wahllosen Angriffe des Regimes „keine wirkliche oder effektive Aktion gegen den Terrorismus" darstellten. Ein vollständiger Waffenstillstand in der Region sei von äußerster Bedeutung.

„Heute finden wir uns in einer kritischen Phase wieder, da das Assad-Regime mit Hilfe seiner Verbündeten eine massive Offensive gegen Idlib vorbereitet." Die Provinz sei die Heimat von drei Millionen Menschen und einer der wenigen verbliebenen sicheren Zufluchtsorte für Binnenvertriebe, erklärt der Präsident.

Die türkische Regierung habe bisher einen großen Beitrag für den Frieden in Syrien geleistet. Dazu gehöre, so Erdoğan, auch die Errichtung der Deeskalationszonen. Die Türkei habe zwölf Beobachtungsposten zur Überwachung des Waffenstillstandes gebaut.

Assad versuche die geplante Idlib-Offensive mit einem angeblichen Kampf gegen den Terror zu legitimieren.

„Bestimmte designierte terroristische Organisationen, einschließlich der Hayat Tahrir al-Scham, bleiben in der Region weiterhin aktiv. Doch diese Kämpfer machen nur einen Bruchteil der Idlib-Bevölkerung aus. Um die terroristischen und extremistischen Elemente in Idlib zu beseitigen und ausländische Kämpfer vor Gericht zu bringen, ist eine umfassende internationale Anti-Terror-Operation nötig."

Im Gastbeitrag lobt der Präsident die gemäßigte Opposition für ihre Unterstützung im Kampf gegen die Terrornetzwerke von Daesh und PKK in Nordsyrien. Die Türkei habe gezielte Operationen durchgeführt - ohne Zivilisten zu schaden oder sie zu vertreiben. Das gleiche Prinzip müsse auch bei einer möglichen Operation gegen extremistische Elemente in Idlib angewandt werden, betont der Präsident. .

Die Fähigkeit der Türkei die Ordnung in Nordsyrien aufrechtzuerhalten, beweise, dass ein verantwortungsvoller Ansatz zur Terrorismusbekämpfung Unterstützung durch die lokale Bevölkerung erfährt.

„Die Türkei hat außerordentliche Anstrengungen unternommen, um das Leiden des syrischen Volkes zu lindern." Die Türkei beherberge derzeit 3,5 Millionen Flüchtlinge – mehr als jedes andere Land der Welt.

„Idlib ist die letzte Ausfahrt vor der Abrechnung. Wenn die internationale Gemeinschaft, einschließlich Europa und die USA, es versäumt, jetzt zu agieren, müssen nicht nur unschuldige Syrer, sondern muss die ganze Welt den Preis dafür bezahlen", warnt Erdoğan.

Die Türkei habe alles in ihrer Macht stehende getan, um ein Blutvergießen in Idlib zu verhindern. Nun müsse der Rest der Welt ihr eigenen Interessen zur Seite legen und für eine gemeinsam politische Lösung arbeiten.

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