Kanada, Deutschland und Niederlande drängen Migranten zum Besuch von FETÖ-Schulen

SAFURE CANTÜRK
ISTANBUL
Veröffentlicht 18.07.2017 15:07
DPA

Der Vorsitzende der türkischen Bildungsstiftung „Maarif", Professor Birol Akgün, erklärte, dass manche Länder, darunter auch Kanada, Deutschland und die Niederlande, Druck auf muslimische Migranten ausüben, damit sie ihre Kinder zu Schulen schicken, die von der Gülenisten-Terrorgruppe (FETÖ) verwaltet werden.

Die FETÖ betreibe regelrecht Lobbyarbeit in den Ländern, um die Kinder für ihre Schulen zu gewinnen, so Akgün.

„Türkische Familien haben ihre Kinder aus den Fängen der FETÖ-Schulen befreien können, doch diese Schulen haben die türkischen Kinder nun mit einer Schülerschaft aus der muslimischen Diaspora ersetzt. In Europa werden beispielsweise Kinder von syrischen Migranten oder welchen aus dem Nahen Osten und Afrika an jene Schulen vermittelt", sagte Akgün in einem Interview. Die „Maarif"-Stiftung wurde nach dem Putschversuch des letzten Jahres gegründet, damit sie die Verwaltung der FETÖ-Schulen im Ausland übernimmt.

Die Terrorgruppe, die sich als religiöse Wohltätigkeitsorganisation tarnt, kontrolliert ein weltweites Netzwerk von Schulen und Wohltätigkeitsorganisationen.

Akgün sagte, dass die Stiftung derzeit über die Übernahme von FETÖ-Schulen in 60 Ländern verhandelt.

„Wir planen auch in diesen Ländern neue Schulen zu eröffnen. Seit unserer Gründung vor einem Jahr übernahmen wir 20 Schulen in 20 Ländern. In diesem Jahr absolvierten dort 207 Schüler aus Somalia, Niger und Guinea ihre Ausbildung i", fügte er hinzu.

Nach dem Referendum im April diesen Jahres, haben einige Länder ihre Meinung zur Türkei geändert. „Sie haben mehr Vertrauen in die Türkei und sie sehen die FETÖ nun in einem anderen Licht", erklärte Akgün.

Dennoch ist es ein langer Weg für den vollständigen Transfer aller FETÖ-Schulen an die staatliche geförderte Stiftung.

„Sie haben etwa 700 [Schulen] auf der ganzen Welt und allein 150 davon sind in den Vereinigten Staaten aktiv. Wir brauchen etwa 3.500 Lehrer, um den Unterricht an diesen Schulen weiterführen zu können", sagte er.

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