Demonstrationen in Chemnitz: Mindestens 20 Verletzte

AFP
CHEMNITZ
Veröffentlicht
AP

Bei den Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken am Montagabend in Chemnitz sind nach offiziellen Angaben 18 Demonstranten und zwei Polizisten verletzt worden. Zudem wurden bislang 43 Strafanzeigen unter anderem wegen Zeigens des Hitlergrußes, Körperverletzung, Landfriedensbruchs und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz gestellt, wie die Polizei Chemnitz am Dienstag mitteilte.

Insgesamt beteiligten sich demnach rund 6.000 Menschen an der Demonstration der rechten Bürgerbewegung Pro Chemnitz - ihnen gegenüber standen laut Polizei rund 1500 Gegendemonstranten aus dem linken Spektrum.

Die Polizei war mit knapp 600 Beamten im Einsatz und versuchte, unter anderem durch das Auffahren von Wasserwerfern oder den Einsatz von Pfefferspray beide Lager zu trennen. Dennoch kam es bei den Kundgebungen mehrfach zu Zusammenstößen, es flogen von beiden Seiten jeweils Feuerwerkskörper und Flaschen, wie die Polizei berichtete.

Auch wurden Anhänger der Gegenseite direkt angegriffen. 35 Vermummte errichteten aus Stühlen und Tischen eine Barrikade, die die Polizei unter Einsatz von Pfefferspray räumte.

Ein Polizeihubschrauber wurde während des Einsatzes von Unbekannten von zwei verschiedenen Seiten mit Laserpointern geblendet. Es wird daher auch wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr ermittelt.

Ein Polizeisprecher hatte am Montagabend eingeräumt, dass die Polizei mit dieser Zahl an Demonstranten nicht gerechnet habe. Angezeigt waren demnach vorab rund tausend Teilnehmer bei den Rechten und 500 bei den Linken. Während der Einsatzplanung sei bereits von einer deutlich höheren Gesamtteilnehmerzahl ausgegangen worden.

Aufgrund "offensichtlich bundesweiter Mobilisierung" habe die Zahl der Demonstranten aber noch weit höher gelegen. Dennoch geht die Polizeiführung davon aus, dass die Versammlungsfreiheit und die Sicherheit der Teilnehmer "weitgehend" gewährleistet worden sei.

Bereits am Sonntag hatte es in Chemnitz Ausschreitungen und rechte Stimmungsmache gegeben, nachdem bei einem Stadtfest ein 35-jähriger Deutscher getötet worden war. Wegen des Tötungsdelikts sitzen seit Montag zwei junge Männer aus Syrien und dem Irak in Untersuchungshaft.

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