Liefert die Putsch-Generäle aus

Veröffentlicht 13.06.2017 14:31

Bei Demokratien ist der Versuch eines Militärputsches dem Verrat gleichzusetzen. Die europäischen Länder haben solche Putschpläne und Putschplaner bisher immer verurteilt, insbesondere Griechenland, Spanien und Portugal, die alle unglückliche Erfahrungen damit gemacht haben.

Die deutschen Medien haben ihre Sensibilität gegenüber dem Thema am 23. Mai 2017 gezeigt, als die deutschen Zeitungen verkündeten, dass das Land das Ziel eines Putschversuchs sein könnte.

Der Militärische Abschirmdienst (MAD) untersuchte einen Militärbeamten in Euskirchen, der im Verdacht war, einen Putsch erzwingen zu wollen.

Medienberichten zufolge war dieser Beamte mit der Politik des deutschen Verteidigungsministeriums unzufrieden und bestätigte die Behauptungen, einen Putsch geplant zu haben mit diesen Worten: „Ich habe es so satt, dass 200.000 Soldaten unter Generalverdacht gestellt werden, wegen zwei Verrückten. Die Ministerin ist bei mir unten durch, das muss man ansprechen oder putschen."

Dieser Fall zeigt, wie empfindlich Deutschland bei diesem Thema ist.

Überraschenderweise zeigt Deutschland nicht die gleiche Sensibilität, wenn es um den Umgang mit denen geht, die den grauenhaften Aufstand des 15. Julis organisierten.

Die Militäroffiziere, die ihren Truppen am 15. Juli 2016 befohlen haben, das Parlament, die Sicherheitsdirektion, das Hauptquartier der Anti-Terror-Einheiten und viele weitere Standorte in der Türkei zu bombardieren, können sich nun in Deutschland frei bewegen.

Mehr als 400 Pro-Putsch-Diplomaten, die in Deutschland Asyl suchten als der Putsch fehlschlug, schmieden neue Putsch-Pläne. Außerdem planen die beiden Putsch-Generäle, die über Griechenland nach Deutschland gekommen sind, immer noch gegen die Türkei vorzugehen. Was ist das für eine Doppelmoral? Deutschland, das Land, das gegen einen Beamten ermittelt, der nur den Wunsch eines Putsches suggerierte - beherbergt identifizierte Putsch-Organisatoren, nur weil sie Asyl beantragt haben.

Die serbischen Mörder im Balkankrieg hatten keine Chance Asyl zu beantragen, aber für die Mitglieder der Gülenisten-Terrorgruppe (FETÖ) gelten andere Regeln?

Das gleiche gilt auch für Griechenland, das sehr gut die Härte von Militärputschen kennt. Zwischen 1967 und 1974 litt das Land unter der Tyrannei einer faschistischen Militärjunta.

Am 20. Juli 1974 griff das türkische Militär in Zypern ein als Antwort auf die Sampson-Junta in Zypern. Dank dieses Eingriffs konnte Griechenland ihre Demokratie am 23. Juli 1974 wiedererlangen.

Doch hat das gleiche Griechenland noch nicht die Putschisten ausgeliefert, die am 15. Juli in das Land geflohen waren.

Diese Mörder, die sich derzeit in Griechenland verstecken, sind Feinde der Demokratie, die das Feuer gnadenlos auf die Zivilbevölkerung eröffnet hatten.

Es ist ein totaler Skandal, dass Griechenland, das unter der Militärjunta und den faschistischen Offizieren in der Vergangenheit gelitten hat, beherbergt nun selbst faschistische Putschisten, die versuchten die Demokratie in der Türkei zu auszuheben.

Am 23. Februar 1981 wurde der europäische Kontinent von einem anderen Putschversuch erschüttert, dieses Mal in Spanien. Dies war, ausgenommen der Aufstand vom 15. Juli in der Türkei, der letzte Militärputsch auf dem europäischen Kernland.

An diesem Tag überfiel eine 200 köpfige Militärtruppe das spanische Parlament. Zu diesem Zeitpunkt fand eine Stimmabgabe statt, um eine neue Regierung zu bilden,, als die bewaffnete Gruppe plötzlich das Feuer eröffnete und rund 350 Parlamentsmitglieder als Geiseln nahm, darunter auch den Ministerpräsident Adolfo Suarez, den kommunistische Führer Santiago Carrillo und den Vorsitzende der Sozialistischen Partei Felipe Gonzalez.

Sie forderten, dass der König von Spanien seine Unterstützung für den Staatsstreich und die Gründung einer neuen Regierung bekunden soll.

Als Militäreinheiten sich ausweiteten, um die Kontrolle über verschiedene strategische Standorte in Madrid zu ergreifen, erklärte General Jaime Milans del Bosch den Ausnahmezustand und Panzer erschienen auf den Straßen von Valencia.

In dieser Nacht erlebte der König von Spanien seine wahrscheinlich schwierigste Zeit seines Lebens, als er die Militärkommandanten von 50 Regionen einzeln anrief und sie aufforderte, den Putsch nicht zu unterstützen und sich an das legitime Regierungssystem zu halten.

47 von ihnen folgten seiner Forderung und nach Mitternacht gab der König eine Erklärung über eine Live Zuschaltung, da das Militär nicht die Kontrolle über die TV-Sender ergriffen hatte.

Er sprach zur Nation und rief seine Bürger dazu auf, die verfassungsmäßige Ordnung zu schützen und warnte sie, nicht die Befehle der Putschisten zu befolgen.

Am Abend des 24. Februars fand eine der größten Massendemonstrationen in der spanischen Geschichte statt, als tausende von Spaniern in verschiedenen Städten auf die Straße gingen, um ihre Verfassung zu beschützen und den Putschversuch zu verurteilen. So wurde Europa von einer ernsthaften Bedrohung gerettet.

Europa zeigte am 15. Juli nicht die gleiche Anteilnahme, als die türkische Nation, angesichts eines blutigen Putschversuchs, die eigene Demokratie heroisch verteidigte.

Obwohl sie ihre Haltung gegenüber den griechischen und spanischen Putschisten schnell und deutlich gezeigt hatten, war Europa zu spät dran, als der Putschversuch in der Türkei anlief. Europa versagte, als der 15. Juli in die Geschichte als ein Putschversuch einging und sie nicht die Bewahrer der Demokratie unterstützten.

Am 15. Juli erfuhr die türkische Nation, dass sie auf die Aufrichtigkeit der EU weder vertrauen noch glauben sollten. Falls Europa uns von dem Gegenteil überzeugen will, müssen Taten folgen.

Die türkische Bevölkerung erwartet, dass die EU-Länder, vor allem Deutschland und Griechenland, die Putsch-Offiziere ausliefern, die während des Putschversuchs die Zivilbevölkerung töteten. Niemand kann dafür eine Entschuldigung als Vorwand nehmen. Die Todesstrafe ist in der Türkei nicht legal, und diejenigen, die falsche Behauptungen bezüglich der Verfahren um die Putsch-Organisatoren verbreiten, verzerren nur die Tatsachen.

Auch kann sich kein Land hinter dem Vorwand von Asylanträgen verstecken. So wie kein Asyl an faschistische griechische Oberste oder Daesh-Militanten gewährt wurde und wird, sollten auch den Putschisten vom 15. Juli kein Asyl gewährt werden.

Die Gewährung von Asyl an Feinde der Menschheit sollte ausgeschlossen werden.

Als Teil eines Neustarts erwartet die Türkei von Deutschland, die beiden Generäle, die am Putschversuch des 15. Julis beteiligt waren, auszuliefern.

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