Jemen-Krieg: Saudis wollen ohne USA weiter ihre Bomben abwerfen

AFP
DUBAI
Veröffentlicht
AP

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition im Jemen will bei der Luftbetankung ihrer Kampfflugzeuge nicht länger die Unterstützung der USA in Anspruch nehmen.

Wie die amtliche saudiarabische Nachrichtenagentur SPA am Samstag berichtete, forderte die Koalition die USA auf, ihre Hilfe einstellen. Zur Begründung hieß es, die Koalition habe zuletzt ihre Fähigkeiten in diesem Bereich erweitert und sei nicht mehr auf die Unterstützung angewiesen. Die Entscheidung sei in Konsultationen mit den USA getroffen worden.

Die US-Regierung bestätigte die Angaben. Verteidigungsminister Jim Mattis erklärte, die USA unterstützten die "Entscheidung" Riads, die Kooperation bei der Luftbetankung ihrer Kampfflugzeuge zu beenden. Die Koalition habe entschieden, "ihre eigenen militärischen Kapazitäten zu nutzen". Die USA waren bislang für die Betankung von rund einem Fünftel der Koalitionsflugzeuge, die im Jemen im Einsatz waren, zuständig.

Angesichts zahlreicher ziviler Opfer bei Luftangriffen im Jemen war die internationale Kritik an dem von Saudi-Arabien geführten Militäreinsatz zuletzt stärker geworden. Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und den vom sunnitischen Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Nach UN-Angaben wurden bereits rund 10.000 Menschen in dem Konflikt getötet, unter ihnen tausende Zivilisten.

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