Erdoğan: „Flüchtlingsabkommen ohne Visumsfreiheit nicht möglich“

DAILYSABAH MIT REUTERS
ISTANBUL
Veröffentlicht 08.08.2016 15:38
Aktualisiert 11.08.2016 14:02
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei der „Demokratie und Märtyrer Kundgebung am 07. August 2015 (AFP Foto)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei der „Demokratie und Märtyrer Kundgebung" am 07. August 2015 (AFP Foto)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte der französische Zeitung Le Monde, dass das Flüchtlingsabkommen mit der Europäischen Union „nicht möglich sein wird", wenn die EU ihren Teil des Abkommens in Bezug auf die Visumsfreiheit nicht einhält.

„Die EU agiert der Türkei gegenüber nicht auf eine aufrichtige Art und Weise", sagte Erdoğan in seinem Kommentar in der Montagsausgabe der Zeit, und betonte, dass die Visa-Liberalisierung für die türkischen Bürger am 1. Juni realisiert werden sollte. „Wenn unsere Forderungen nicht erfüllt werden, dann wird die Rückübernahme nicht mehr möglich sein", sagte Erdoğan. Er wies darauf hin, dass die EU nur daran interessiert ist die Migranten und Flüchtlinge aus ihren Gebieten zu halten.

Erdoğan sprach auch über das fehlende Interesse Europas und der USA an der geschlossenen Haltung des türkischen Volks gegen den Putschversuch. „Die westliche Welt widerspricht ihren Werten, die sie verteidigen. Sie sollten ihre Solidarität mit der Türkei zeigen, die sich ihre demokratischen Werte aneignete. Leider ziehen sie es vor, die Türken allein zu lassen."

Der Präsident kommentierte auch zu den Beziehungen zu der EU, die aufgrund des Flüchtlingsabkommen in den letzten Monaten äußerst angespannt sind. „Für 53 Jahren stehen wir vor den Toren Europas. Die EU ist allein verantwortlich. Niemand außer der Türkei wurde so behandelt", sagte er.

Im Vorfeld seines Besuchs nach Moskau, bekräftigte Erdoğan die Position der Türkei, dass Baschar Assad gehen müsse, um den Frieden in Syrien gewährleisten zu können. „Bisher wurden 600.000 Menschen in Syrien getötet. Wer ist dafür verantwortlich? Assad. Der Verantwortliche für den Tod von 600.000 Bürgern sollte nicht unsere Unterstützung erhalten. Doch versuchen manche dies zu argumentieren. Wenn wir an die Demokratie glauben, sollten wir dieses Spiel nicht spielen. Wir müssen etwas anderes tun", sagte er. Außerdem schloss er die Möglichkeit aus, dass Syrien in die Hände von Extremisten fällt, wie die Daesh, wenn Assad sein Amt verlässt.

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