AfD in NRW sagt Parteitag wegen Sicherheitsbedenken ab

AFP
DÜSSELDORF
Veröffentlicht
AfD-Parteitag in Bremen (DPA)

Wegen Sicherheitsbedenken hat die AfD in Nordrhein-Westfalen einen für das Wochenende geplanten Landesparteitag abgesagt. Die Gründe für die Absage lägen in einer "gerade auch in den letzten Tagen offenkundig gewordenen Gefährdung der Delegierten und des Parteitags", heißt es in einem am Donnerstag auf der Homepage der Landespartei veröffentlichten Schreiben des AfD-Landesvorstands.

Gegen den Landesparteitag im oberbergischen Wiehl waren Proteste angemeldet worden. "Gegenwärtig müssen wir davon ausgehen, dass die beim Bundesparteitag in Köln erlebte Gewalt in Wiehl erneut in Erscheinung tritt und angesichts der dortigen räumlichen Verhältnisse eine ernstzunehmende Bedrohung für die unbeteiligten Anwohner, die eingesetzten Polizeibeamten und die Teilnehmer des Parteitags darstellt", schrieb der AfD-Landesvorstand.

Die Landesspitze der AfD betonte, sie habe "diesen Parteitag geplant in der Annahme, dass nach der Bundestagswahl der allgemeine Erregungsgrad und das damit einhergehende Aggressionspotential nachlassen würden". "Erschreckenderweise ist das Gegenteil der Fall", hieß es.

Die Polizei im Oberbergischen Kreis zeigte sich von der kurzfristigen Absage überrascht. "Aus polizeilicher Sicht war die Durchführung der geplanten Veranstaltung der AfD zu keinem Zeitpunkt gefährdet", erklärte die Polizei in Gummersbach. "Wir als Polizei haben uns umfassend auf den Einsatz vorbereitet und bei der Einsatzkonzeption verschiedene Szenarien berücksichtigt, wodurch die Durchführung der geplanten Veranstaltungen gesichert ist."

Auf dem Landesparteitag sollte unter anderem eine neue AfD-Landesspitze gewählt werden. Der bisherige Kosprecher Marcus Pretzell war Anfang des Monats aus der AfD ausgetreten. Der Landes-AfD zufolge soll der Parteitag nun "schnellstmöglich" an einem anderen Ort stattfinden.

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