Erdoğan: Türkei hat sich während und nach dem Putsch an Justiz gehalten

DAILY SABAH
ISTANBUL
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IHA

Das türkische Volk und die Regierung hätten sich während und auch nach dem Putschversuch der Gülenisten-Terrorgruppe (FETÖ) an die Justiz gehalten, sagte Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Mittwoch. Trotz Problemen vertraue das Land weiterhin dem türkischen Justizsystem.

Erdoğan reagierte damit auf die Kritik, die nach dem gescheiterten Putsch an die türkische Justiz gerichtet worden war. Diejenigen, die die Türkei gerade jetzt kritisierten, hätten es vorher versäumt, gegen den Terror anzustehen.

Er dankte den Staatsanwälten und Richtern für ihre deutliche Haltung gegen den FETÖ-geführten Putschversuch. Diese hätten sich dem Willen des Volkes gestellt und nicht dem der Putschisten.

„Es war die Justiz, die nach dem Putschversuch die entschlossensten Schritte unternahm, um die FETÖ-Mitglieder aus ihrer eigenen Struktur zu säubern", sagte Erdoğan.

Der Präsident kritisierte auch die „Doppelmoral" der globalen Mächte, diese setzten sich nur dann für Demokratie, Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand ein, wenn es ihren eigenen Interessen diene.

„Als die USA in den vergangenen 15 Jahren insgesamt 12 Personen ausgeliefert haben wollte – mit der Begründung, sie seien Terroristen – haben wir guten Willen gezeigt und sie ausgeliefert. Aber wenn wir mit 4.500 Akten dasselbe für Gülen anfragen, tun sie das nicht."

Am 15. Juli 2016 versuchte eine Gruppe des Gülenisten-Terrorkults (FETÖ) die demokratisch gewählte Regierung der Türkei zu stürzen. Der Putschversuch wurde von loyalen Sicherheitskräften und Millionen türkischen Bürgern verhindert. 249 Menschen, hauptsächlich Zivilisten, wurden von den Putschisten getötet, während mehr als 2.000 Menschen verletzt wurden.

Gülen wird auch dafür angeklagt, die Bildungsinstitutionen und andere staatliche Einrichtungen, sowohl in der Türkei, als auch weltweit, für die eigenen Zwecke zu infiltrieren und den Staat so zu unterwandern.

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