Präsident Erdoğan: Türkei bereit für neuen Militäreinsatz in Nordsyrien

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 28.06.2017 15:29
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Die Türkei könnte eine neue großflächige militärische Operation in Nordsyrien beginnen und könnte die Städte Manbidsch und Raqqa, die von den US-unterstützten „Volksschutzeinheiten" (YPG) besetzt sind, in ihre Sicherheitszonen einbeziehen, um die Entstehung eines Staates dort zu verhindern, sagte Präsident Recep Tayyip Erdoğan.

Im Gespräch mit der russischen Zeitung „Izvestiya" erklärte Erdoğan, dass die türkischen Kräfte bereit wären, „auch nur bei der geringsten Bedrohung" eine Operation zu starten.

„Es geschehen zurzeit einige negative Ereignisse in Syrien. Falls dies zu einer Bedrohung unserer Grenzen führen sollte, würden wir auf der gleichen Weise reagieren, wie bei der Operation ‚Schild des Euphrat'", sagte Erdoğan.

Der Präsident bedauere, dass Ankaras strategische Partner [USA] mit Terroristen der PKK-nahen „Partei der Demokratischen Union" (PYD) und ihrem bewaffneten Flügel, der YPG zusammenarbeiten.

Er fügte hinzu, dass die Türkei zuvor ihre Bereitschaft bekundet habe, Manbidsch und Raqqa von der Daesh-Terrororganisation zu befreien. Jedoch entschlossen sich westliche Verbündete der von der USA geführten Koalition dafür, mit PYD/YPG-Terroristen zusammenzuarbeiten.

Die US-Unterstützung an die „Syrischen Demokratischen Kräfte" (SDF), hat die Beziehungen zwischen Washington und Ankara erheblich belastet, da das YPG das Rückgrat der SDF-Kräfte bildet. Die USA behauptet, dass die Unterstützung der SDF die einzige Alternative sei, um die Daesh zu besiegen, während die Türkei des Öfteren erklärte, dass eine Alternative durch lokale arabische Stämme gebildet werden sollte, anstatt eine terroristische Gruppe zu unterstützen.

Die jüngste Spannung zwischen den beiden Ländern entstand durch die Verteilung von US-Waffen an die SDF. Der US-Verteidigungsminister erklärte daraufhin, dass die Waffen eingesammelt werden würden, nachdem Raqqa von der Daesh befreit werde.

Die Türkei sieht die PYD und ihren bewaffneten Flügel, die Volksschutzeinheiten (YPG) als Terrorbedrohung und als einen Ableger der PKK an. Die PKK wird von den USA, der EU und der Türkei als Terrororganisation eingestuft. Die EU und die USA sehen in der PYD/YPG dennoch einen Verbündeten im Kampf gegen Daesh.

Die Türkei ist strikt gegen die Präsenz des PKK-Ablegers an den südlichen Landesgrenzen zum Irak und zu Syrien, wo sie eine nationale Bedrohung für die Sicherheit der Türkei darstellen.

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