Ministerpräsident Yıldırım: Umstrukturierung des Staats nach Putschversuch

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 24.07.2016 13:12
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Der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım sagte am Samstag, dass bald neue Sicherheitsmaßnahmen ergriffen und die staatlichen Institutionen, insbesondere die Streitkräfte, neu strukturieren werden.

Yıldırım sprach mit dem Nachrichtensender A Haber und sagte, dass die militärischen Basen aus den Städten rausgeholt und weitere Änderungen innerhalb der Streitkräfte vorgenommen werden.

Unteranderem gab Yıldırım Details zur Nacht des Putsches und erklärte, dass Panzer versuchten sein Auto zu stoppen, als er auf den Weg nach Ankara war.

Die Zahl der Verhafteten liegt derzeit bei 13.002, darunter 1.329 Polizisten, 8.831 Militärs und 2.100 Richter und Staatsanwälte, gab der Ministerpräsident bekannt.

Bei einem Interview mit Privatsender NTV sagte Yıldırım, dass die Regierung nicht vorsieht den Ausnahmezustand von drei Monaten zu verlängern, solange es nicht nötig sei.

Außerdem sagte er, dass die Gülenisten-Terrororganisation (FETÖ) nicht davon zurückschreckt den Islam zur Rechtfertigung des blutigen Putschversuchs zu nutzen.

„Diese Personen sind üble Terroristen, weil sie den Islam missbrauchen."

Der Ministerpräsident erklärte, dass der Putschversuch gut geplant war, und wäre dieser erfolgreich gewesen, hätten FETÖ-Mitglieder alle wichtigen Positionen und Ämter in der Türkei eingenommen.

„Ihre Kader-Listen für hochrangige Positionen waren bereits fertig", sagte er.

Der türkische Geheimdienst (MIT) hatte Stunden zuvor das Militär vor dem Putschversuch am 15. Juli gewarnt.

Der Geheimdienst hatte Informationen an die Türkischen Streitkräfte geliefert, doch keinerlei Maßnahmen wurden ergriffen, sagte Yıldırım. „Auch der Chef der Luftwaffe wurde als Geisel genommen; dies ist sehr besorgniserregend."

Im Interview betonte Yıldırım, dass er und die Regierung seit 2013 versucht haben dem Militär zu erklären, wie gefährlich die FETÖ ist. „Wir haben versucht ihnen – der türkischen Armee – zu erklären, wie ernst die Lage ist. Doch sie haben unsere Ratschläge nicht befolgt."

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