Ministerpräsident Yıldırım: Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels unrechtmäßig

DAILY SABAH
ISTANBUL
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Ministerpräsident Binali Yıldırım nahm am Mittwoch Stellung zum Konflikt um Jerusalem, er bekräftigte die Haltung der türkischen Regierung und sagte, der US-Plan für Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt Israels sei unrechtmäßig.

Zuvor hatte es am Dienstagabend aus dem Weißen Haus verlautet, US-Präsident Donald Trump werde Jerusalem offiziell als Israels Hauptstadt anerkennen und mit den Vorbereitungen beginnen, die US-Botschaft in die umkämpfte Stadt zu verlegen.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Seoul mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Lee Nak-Yeon sagte Yıldırım zu dem Doppelplan von den USA: „(...) Beide Möglichkeiten würden rechtswidrige Entscheidungen darstellen und die bestehenden Probleme in der Region dauerhaft unlösbar machen."

Jerusalem sei „ein sehr heikles Thema innerhalb der muslimischen Welt". Ein falscher Schritt würde laut Yıldırım „irreversible Konsequenzen mit sich bringen".

Israel hatte 1967 während des Sechs-Tage-Kriegs den arabisch geprägten Ostteil der Stadt erobert und später annektiert. Seitdem wird Jerusalem von Israel als ungeteilte Hauptstadt beansprucht. Dieser Anspruch wird jedoch international nicht anerkannt. Gemäß dem Abkommen des Oslo-Friedensprozesses müssen Palästinenser und Israelis gemeinsam über den Endstatus von Jerusalem entscheiden.

Neben der Türkei haben auch die NATO-Partner Deutschland und Frankreich Trump eindringlich davor gewarnt, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Präsident Erdoğan hatte bei einer Rede in Ankara zuletzt klar gestellt: „Herr Trump, Jerusalem ist die rote Linie der Muslime".

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