Merkel hofft auf rasche Absprachen mit EU-Partnern

DPA
BRÜSSEL
Veröffentlicht 24.06.2018 16:48
Aktualisiert 25.06.2018 11:00
AFP

Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft im Asylstreit schon für die nächsten Tage auf Absprachen mit einzelnen EU-Ländern, um das Weiterwandern von Flüchtlingen nach Deutschland zu begrenzen.

Es gehe um die Frage, wie man fair miteinander umgehen und einen Ausgleich schaffen könne, sagte die CDU-Chefin am Sonntag vor dem Asyltreffen mit anderen EU-Ländern in Brüssel.

Bis zum EU-Gipfel am Donnerstag werde noch keine Gesamtlösung für die europäische Asylpolitik möglich sein, sagte sie. Deshalb gehe es ihr nun um Absprachen zwischen zwei oder mehreren Staaten, wie man sich gegenseitig helfen und einen «Modus vivendi» finden könne. Die Arbeit daran werde in den nächsten Tagen weiter gehen. Doch sei das Asyltreffen in Brüssel sehr, sehr wichtig, sagte Merkel.

Merkel steht innenpolitisch enorm unter Druck, bis zum EU-Gipfel Donnerstag und Freitag auf europäischer Ebene einen Weg zu finden, den Zustrom von in anderen EU-Ländern registrierten Asylbewerbern nach Deutschland zu bremsen. Gelingt keine für die CSU akzeptable Lösung, will Innenminister Horst Seehofer einseitig mit Zurückweisungen an der deutschen Grenze beginnen. Das könnte zur Zerreißprobe für die Fraktionsgemeinschaft von CDU/CSU und die große Koalition werden, aber auch für die Europäische Union.

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