Erdoğan unterbreitet Putin Angebot zur gemeinsamen S-500-Produktion

DAILY SABAH
ISTANBUL
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Die Türkei sei an der gemeinsamen Produktion von S-500-Raketenabwehrsystemen mit Russland interessiert, sagte Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Mittwoch.

In einem Interview mit dem türkischen Sender 24-TV erklärte Erdoğan, dass er seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin bereits ein Angebot über die gemeinsame Produktion unterbreitet habe.

Er kritisierte gleichzeitig die mangelnde Bereitschaft der NATO-Verbündeten, der Türkei die benötigten Verteidigungswaffen zu verkaufen. Auch die Kooperation bei der Entwicklung und Produktion ließe zu wünschen übrig. Russland hingegen habe „uns zu sehr vernünftigen Bedingungen einen Kredit für die S-400 zur Verfügung gestellt."

„In der zweiten und dritten Phase werden wir zur gemeinsamen Produktion übergehen. Vielleicht werden wir die S-500 mitproduzieren", so der türkische Präsident über die türkisch-russische Zusammenarbeit in der Rüstung.

Im Dezember hatte die Türkei mit Russland ein offizielles Abkommen im Wert von 2,5 Milliarden Dollar zum Erwerb der modernen S-400-Systeme unterzeichnet. Diese sind in der Lage Langstreckenflugkörper abzufangen und gehören aktuell zu den fortschrittlichsten Raketenabwehrsystemen auf der Welt. Die Türkei wird das erste NATO-Mitgliedsland sein, das das System nutzen wird.

Darüber hinaus strebt die Türkei zukünftig den Aufbau eigener Raketenabwehrsysteme an, daher wurde auch der Transfer von Technologie und Wissen vereinbart.

Das S-400-System, das 2007 eingeführt wurde, ist bisher nur an China und Indien verkauft worden. Die ersten S-400 werden werden voraussichtlich Anfang 2020 an die Türkei ausgeliefert.

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