Türkei bestreiten Vorwürfe US-Stützpunkte in Syrien offengelegt zu haben

RAGIP SOYLU
ISTANBUL
Veröffentlicht 22.07.2017 13:37
REUTERS

Türkische Beamte wiesen die Vorwürfe zurück, wonach die geheimen Standorte von zehn U.S.-Basen in Syrien durch offizielle türkische Quellen offengelegt worden wären. Die türkischen Journalisten hätten die Informationen von ihren eigenen Reportern vor Ort erhalten.

Die Nachrichtenagentur Anadolu, deren Anteile mehrheitlich im Besitz des türkischen Finanzministeriums sind, veröffentlichte einen ausführlichen Artikel über die US-Militärstützpunkte in Syrien mit detaillierten Informationen über die Anzahl der US-Truppen und Flugzeuge sowie die Beschaffenheit der Basen. Der Bericht brachte auch die Anwesenheit einer bisher unbekannten Anzahl von französischen Bediensteten zu Tage. Die US-Streitkräfte befinden sich im Land, um die international bekannte Terrorgruppe der „Volksschutzeinheiten" (YPG), dem syrischen bewaffneten Flügels der PKK, bei ihrer Offensive in Raqqa gegen Daesh, zu unterstützen.

In einem Bericht, der von „Daily Beast" veröffentlicht wurde, behauptete man, dass die Türkei die geheimen Informationen durch ihre staatliche Nachrichtenagentur verbreitet habe, was im Pentagon mit tiefer Besorgnis vernommen wurde.

Drei hochrangige türkische Beamte wiesen jene Behauptungen von sich. „Nach einer Überprüfung der Sachlage, kommen wir zu dem Ergebnis, dass Anadolu-Reporter den Bericht mit ihren eigenen Quellen erstellt haben", so ein hochrangiger türkischer Beamter, unter der Bedingung der rechtlich bedingten Anonymität.

Ein zweiter türkischer Beamter ging sogar weiter und sagte, wenn die Türkei eine Botschaft hätte senden wollen, dann durch internationale Medienorganisationen und nicht durch die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu . „Das wäre sehr dumm, die Leute sollten unsere Intelligenz nicht beleidigen", sagte der Beamte.

In den Medien waren zuvor zwei U.S.-Basen, eine in Rmeilan in der Provinz Hasakah und die andere in Kobane, in der Nähe der türkischen Grenze, offengelegt worden. Diese geschah jedoch innerhalb von US-Kreisen und durch Personal der verbündeten YPG. US-Reporter konnten die Basen besichtigen und Sitzungen der Militärbeamten verfolgen. Ein älterer YPG-Kommandeur notierte zudem Anfang Juli die Standorte der US-Posten für den irakisch-kurdischen Fernsehsender „Rudaw" – dies betraf etwa acht Stützpunkte. Darüber hinaus enthüllte die iranische Nachrichtenagentur „Tasnim" im vergangenen November zwei Basen und zwei Vorposten. Eine syrische Organisation veröffentlichte die Lage von zwei weiteren Basen im April.

Ein hochrangiger Redakteur der Nachrichtenagentur Anadolu, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, weil er nicht berechtigt ist, den Medien Auskunft zu geben, sagte, dass die Agentur die Informationen durch ihre eigenen Reporter in Syrien zusammengestellt habe. „Unsere Reporter bereiteten die Geschichte auf der Grundlage ihrer eigenen syrischen Quellen vor, es wurden auch einige Beiträge von den Soziale Medien verwendet. Wir glauben nicht, dass dadurch die US-Streitkräfte in Gefahr gebracht werden, da sich alle diese Basen tief im YPG-kontrollierten Territorium befinden ", sagte der Redakteur.

Die US-Beamten teilten vor einigen Tagen mit, dass man die Bedenken an türkische Beamte weitergegeben habe. Das Pentagon sagte, man könne die Quellen nicht unabhängig überprüfen, die zur Veröffentlichung beigetragen hätten.

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