Türkei gedenkt Opfern des 17. August Erdbebens

DAILY SABAH MIT ANADOLU AGENTUR
ISTANBUL
Veröffentlicht 17.08.2016 15:57
DHA

Während sich viele fragen, ob die Türkei für ein Erdbeben genügend vorbereitet ist, trauern Familien und Freunde der Opfer des tödlichen Erdbebens am 17. August 1999 in den nordwestlichen Provinzen um ihre Liebsten.

Bewohner in den Provinzen Kocaeli, Sakarya, Yalova und Istanbul versammelten sich zu Gedenkfeiern in den frühen Morgenstunden, um den 17.000 Opfern des katastrophalen Erdbebens zu gedenken, dass ein schwerer Schlag für die türkische Wirtschaft und Infrastruktur war. Die Trauernden beteten für die Opfer und warfen Nelken ins Meer.

Vor sechzehn Jahren erschütterte am 17. August 1999 ein Erdbeben mit einer Stärke von 7,4 auf der Richterskala den Nordwesten der Türkei. Es war einer der tödlichsten in der heutigen Zeit, wobei Tausende von Häusern im Zentrum der türkischen Industrie dem Erdboden gleich gemacht und Hunderttausende obdachlos wurden. Die Produktionen wurden für Wochen unterbrochen, Tagelang waren die Hauptstraßen und Schienen zwischen Istanbul und Ankara unbrauchbar. Telekommunikationssysteme brachen zusammen und ein Feuer brach in der größten Ölraffinerie Tüpraş aus, das nach vier Tagen gelöscht werden konnte.

In Gölcük, der nächstgelegenen Stadt zum Epizentrum des Erdbebens, kamen 420 Soldaten in den Kasernen und dem Marine-Hauptstützpunkt ums Leben.

Das Erdbeben von 1999 war für viele ein Wendepunkt. Für die Überlebenden bedeutete es ein langes Trauma. Für die Öffentlichkeit war es ein Symbol der Wut gegen die Regierung, die viel zu langsam auf einer er schlimmsten Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts reagierte. Die Beamten der damaligen Regierung kamen etwa drei Tage nach dem Erdbeben. Die öffentlichen Dienste waren bei der Hilfe der Überlebenden regelrecht wirkungslos. Die Straßen, die zu den vom Erdbeben betroffenen Gebieten führten, waren aufgrund des Schadens tagelang gesperrt. Der türkische Rote Halbmond lieferte beschädigte Zelte an die Überlebenden, während die freiwilligen Such- und Rettungsorganisationen exzellente Rettungshilfen leisteten.

Das Erdbeben zeigte auch die fehlenden Maßnahmen gegenüber solchen großen Katastrophen. Viele Gebäude waren nicht sicher genug für ein Erdbeben und gesetzliche Bestimmungen beim Häuserbau gab es nicht.

Jahre nach der Katastrophe hat die Türkei eine Reihe von Maßnahmen vorgenommen, darunter eine obligatorische Erdbebenversicherung und Kampagnen, um das Bewusstsein über die Katastrophe zu erhöhen. Eines der wichtigsten Projekte der Regierung war jedoch der Stadtumbau. Die alten, brüchigen Gebäude im ganzen Land wurden abgerissen, um neue und vor allem erbebensichere Gebäude zu errichten. Durch dieses Projekt erneuert die Infrastruktur im ganzen Land.

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